Unsere Positionen

Erfahre hier, für was wir stehen und woran wir glauben. Es ist uns wichtig, Leitlinien zu definieren, an denen sich andere orientieren können.


Bildung

Der Stellenwert von Bildung für eine Gesellschaft kann gar nicht hoch genug bemessen werden, und dennoch besitzen wir in Deutschland eine grundlegend falsche Konzeption von Bildung als Mittel zum Zweck der Beschäftigung.
Nach Humboldt ist Bildung die Pflege der Neugier auf die Welt und auf sich selbst in der Welt, eine innere Verbesserung und Veredlung. Bildlich kann dies mit dem Entzünden einer Flamme verglichen werden. Dieser Wissensdurst ist uns bei der Geburt bereits mit auf den Weg gegeben. Jedoch gelingt es unserem Bildungssystem, dieses Verlangen bereits sehr früh zu unterdrücken und durch ein unliebsames Pflichtgefühl zu ersetzen. An die Stelle einer intrinsisch motivierten und fortlaufenden Entwicklung treten Noten und Abschlüsse; Kinder werden zu füllbaren Fässern. Unsere Kernforderungen sind eine Ausweitung der Investitionen in die Qualität der Bildung.


Soziale Gerechtigkeit

Wir wollen eine gleichberechtigte, offene, pluralistische und solidarische Gesellschaft, in der jeder ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben führen kann. Jeder Mensch soll unabhängig von seiner Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, körperlicher Verfassung, Alter oder sexueller Orientierung und Identität die gleichen Möglichkeiten haben nach seinem Glück zu streben.
Angestellte und Rentner sollen von ihrer Arbeit leben können, keine Existenzängste verspüren und am zivilgesellschaftlichen Leben teilhaben können.


Digitalisierung und Zukunft der Arbeit

Viele Berufsfelder, insbesondere aus dem mittleren Dienstleistungssektor, werden in naher Zukunft wegfallen, während neue Arbeitsplätze vorwiegend für einige wenige hoch spezialisierte Fachkräfte entstehen. Vieles weist darauf hin, dass der gesellschaftliche Umbruch von der Industrie - zur Wissensgesellschaft ähnlich gravierende Veränderungen mit sich bringen wird wie der letzte von der Agrar - zur Industriegesellschaft.
Diese neue Arbeitswelt muss jedoch nicht schlechter sein - im Gegenteil! Wir brauchen aber eine mutige Politik, die diese Tatsachen offen thematisiert und kreative Konzepte dafür entwickelt. In Skandinavien wird z.B. bereits mit der 30-Stunden-Woche und dem bedingungslosen Grundeinkommen experimentiert. Man kann von diesen Vorschlägen halten, was man will, von der uns heute vertrauten Arbeitswelt werden wir uns jedoch in jedem Fall verabschieden. Und das kann entweder geschehen, indem wir so lange an ihr festhalten, bis uns die Massenarbeitslosigkeit ins politische Chaos stürzt oder wir fassen die Digitalisierung als Chance auf progressiv auf eine humanere Gesellschaft hinzuarbeiten.
Wichtiges Stichwort hier ist z.B. das “Lebenslange Lernen”, also berufliche Weiterbildungen.
Bildung wird auch eine große Rolle spielen bei der Frage, wie wir nun individuell mit der gewonnenen Freizeit umgehen.


Europa

Die Europäische Idee liegt uns sehr am Herzen. Einerseits als Garant für Frieden auf einem Kontinent, in dem in vergangenen Jahrhunderten viele blutige Kämpfe tobten. Andererseits, weil sie in unserer globalisierten und vernetzten Welt Formen der Kooperation erlaubt, die wir zur Bewahrung politischer Handlungsfähigkeit dringend brauchen. Der Klimawandel, Finanzkrisen, Migration, Terrorismus, etc. lassen sich auf nationalstaatlicher Ebene einfach nicht in den Griff bekommen. Tatsächlich verlangen sie sogar eher nach einer verbindlichen und effektiven politischen Koordination auf globaler Ebene. Davon sind wir allerdings derzeit noch weit entfernt. Die EU weist hier sicher in die einzig richtige Richtung.
Das soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir die EU, wie wir sie jetzt kennen, grundsätzlich reformieren müssen, um Europa zu retten, im Sinne von: “Europe is dead, long live Europe”. Was wir brauchen, ist eine wirkliche europäische Demokratie auf Grundlage der politischen Gleichheit aller Bürger und einer klaren Gemeinwohlorientierung. Es gibt dazu einige spannende Ansätze hin zu einer Europäischen Republik.
Wenn auch sie weniger drastisch sind, so weisen die jüngsten Reformvorschläge Junckers darauf hin, dass wir den Status Quo kritisch hinterfragen und das Projekt Europa stetig verbessern müssen. Die gegenwärtig wachsende Europa-Skepsis erwächst eben genau aus dem fehlerhaften Rückschluss, Europa und EU gleichzusetzen. Dabei ist Europa doch so viel mehr!